

Was wird in und an der Bastau gemacht?
Durch die Umgestaltung soll die Bastau naturnäher "zurückentwickelt" werden. Der heutige Zustand ist nämlich erst durch Ausbau, also Laufverlegung, Begradigung, Tieferlegung, Uferbefestigungen und Unterhaltung in den letzten rund 100 Jahren so entstanden. Auch schon lange vorher, etwa beim Ausbau der Festung Minden, war die Bastau und die Niederung stark verändert worden. Die Bastau soll nun also künftig wieder mehr so sein, wie sie es vor dem Ausbau nicht mehr sein sollte. Auch die aktuell im Sommer üppig wachsenden Pflanzen, vor allem die Teichrosen, sind nicht nur positiv zu bewerten. Viel verrottendes Pflanzenmaterial führt später zu viel Schlamm. Beim Spaziergang fallen vielleicht Müll und Gegenstände, die nicht in das Gewässer gehören, beim Blick auf die Bastau auf. Die insgesamt aus den monotonen Verhältnissen folgenden Beeinträchtigungen des Lebensraums dagegen nicht.
Für die Lebewelt unter Wasser sind sie aber entscheidend. Mit dem Ziel der Verbesserung des ökologischen Zustandes erhält die Bastau nun als einen Beitrag im Mindener Stadtgebiet eine am Leitbild für den Gewässertyp orientierte, naturnähere Gewässerstruktur. Ein Vorteil der zu schaffenden „Ersatzaue“: Im umgestalteten Bereich wird künftig bei Starkregen mehr Wasser zurückgehalten. Die Umgestaltung dient also auch dem Hochwasserschutz.
Warum begleiten Untersuchungen die Baustelle?
Jede Baustelle ist zeitweise eine Störung, verursacht Lärm und Schmutz und richtet Schaden an. Das gilt besonders für Baggern im und am Bach, was bei Umgestaltungen leider vielfach unumgänglich ist. Vorsorgemaßnahmen zum Schutz des Gewässers und der Tiere wurden geprüft und werden umgesetzt. Dazu sollten auch Messungen zu den Sauerstoffverhältnissen zählen. Nach Fertigstellung stellt sich die Frage, ob die Maßnahmen die Ziele erreicht haben. Die Bastau wird auch deshalb in dem Bastaumonitoring seit 2015 untersucht. Start war die Funktionskontrolle des neu errichteten Fischaufstiegs. Aus der Weser aufgestiegene Fische wurden von Schülerinnen und Schülern unter fachlicher Anleitung über einen längeren Zeitraum mit einer Kontrollreuse gezählt und belegten, neben vielen weiteren Untersuchungen, das Funktionieren der Aufstiegshilfe. Nach der guten Erfahrung der Beteiligung und gegenseitigen Information geht es nun um die Begleitung der weiteren "Renaturierung".

Im Bastaumonitoring werden langjährig und mit den gleichen Methoden ausgewählte Gewässerbereiche untersucht. Dadurch werden die Entwicklungen dokumentiert. Ein Vorteil: Besonders zu schützende Bereiche können auch kleinräumig ausgemacht werden. Bei späteren Umgestaltungen sind diese bekannt und Schutzmaßnahmen sind gezielt möglich. Ein weiterer Vorteil: Nach dem Umbau kann der Vergleich vorher - nachher zeigen, ob die Ziele der Umgestaltung erreicht wurden. Dabei wird sowohl der ökologische Zustand betrachtet als auch ausgewählte Zielarten.
Bei diesen Untersuchungen helfen Schülerinnen und Schüler aus Biokursen der Oberstufe des Ratsgymnasiums Minden maßgeblich mit. Neben der Erfassung von Daten zu Substraten, Breiten- und Tiefenverhältnissen, Strömung oder Besiedlung durch Pflanzen und Wirbellose, gehören auch Fischbestandserfassungen, Abfischaktionen, Rettungsaktionen wie das Bergen von Muscheln u.v.a.m. zu den Arbeiten (s. "Infos Schülerarbeiten"). (Fotos: Frenz)






Danke für die Unterstützung!
Das Bastaumonitoring ist an der Schule an den Biounterricht der Oberstufe angelagert und im schulinternen Lehrplan verankert. Es handelt sich aber fast ausschließlich um ein ehrenamtlich in der Freizeit außerhalb der Unterrichtszeiten bearbeitetes Projekt.
Die notwendigen Gerätschaften und Messgeräte wurden aus privaten Mitteln angeschafft, gewartet und repariert. Schulische oder sonstige öffentliche Mittel standen und stehen nicht zur Verfügung.
Umso wichtiger der herzliche Dank an die finanziellen Unterstützer, die dabei mithelfen, das Bastaumonitoring auch weiterhin betreiben zu können!
So hilft die Firma Sitex und ihre Geschäftsführung dem Bastaumonitoring bereits seit Jahren und aktuell wieder großzügig und wirkungsvoll, so dass die nächsten und dann auch wieder dichten Wathosen zu besorgen sind.
Wenn auch Sie unterstützen wollen: Gerne! Der Förderverein des Ratsgymnasiums der Stadt Minden stellt für projektbezogene Zuwendungen auch Spendenbescheinigungen aus (E-Mail: foerderverein@ratsgymnasium.de, Infos s. Hompage des Ratsgymnasiums www.ratsgymnasium.de)
Neben der finanziellen Hilfe ist für die Unterstützung durch erteilte Genehmigungen, Zustimmungen und die vertrauensvolle Zusammenarbeit seit vielen Jahren ausdrücklich zu danken!
Nicht zuletzt darunter die Fischerei, also die Weserfischereigenossenschaft Minden mit ihren Vorsitzenden, die Fischereiberechtigten sowie die beteiligten Fischereibehörden bei Kreis und Bezirksregierung für das uns entgegengebrachte Vertrauen und das gemeinsame Anliegen, die Welt unter Wasser auch für die Fische der Bastau ein Stück weit zu verbessern.