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Renaturierte Strecke wieder zugängig
Der Fußweg ist nach Abzug der Baumaschinen wieder zu nutzen und das gute Wetter um Pfingsten lockt Besucher an die Bastau.
Die ersten Tiere sind ebenfalls in den frisch umgestalteten Bereich zurückgekehrt oder neu eingetroffen. Die Fische nutzen bereits die geschaffene Strukturvielfalt. Döbel lauern in Gruppen an den Übergängen zu den Flachwasserbereichen (Bild), in denen Kleinfische in kleinen Schwärmen wie Bitterlinge Schutz vor Fressfeinden suchen (Bild). Während die Laichzeit der größeren Döbel fast vorbei ist, steht die Hauptzeit der Eiablage bei den Bitterlingen unmittelbar bevor. Hoffentlich finden sie genügend Muscheln, in die die Weibchen ihre Eier ablegen. Dies schadet den Muscheln nicht sehr. Im Gegenteil. In einer Symbiose lebend verbreiten die Bitterlinge ihrerseits die Muschellarven im Gewässer, so dass beide Arten wechselseitig profitieren. Nimmt allerdings einer der beiden Partner im Bestand ab, wie dies bei den Großmuscheln der Bastau zuletzt zu befürchten ist, wirkt sich dies auch negativ auf den anderen Partner aus.
Von den Insekten fallen in der neuen Bastaustrecke besonders Libellen vom Ufer aus auf, wie z.B. der Blaupfeil (Bild). Diese Libelle gilt auch als Pionierart an Gewässern und kommt entlang der Bastau verbreitet vor. (Fotos: Frenz)

Bastau-Untersuchungen laufen
Der erste im Jahr 2024 umgestaltete Abschnitt der Bastau wird derzeit in Etappen untersucht. Erste Eindrücke bestätigen, dass die Wiederbesiedlung eingesetzt hat. So wurden schon mehr als 10 Fischarten im Abschnitt nachgewiesen. Auch als Laichplatz wurde der Abschnitt bereits genutzt. Der Gesamteindruck stimmt vorsichtig optimistisch.
Problematisch bleibt die Verschlammung in der nährstoffreichen Bastau und der eingetragene Müll, vor allem Getränkeflaschen, Trinkbecher und Plastiktüten. Beim Durchwaten wird dieser aufgesammelt und entfernt. Größtes Fundstück war ein Fahrrad, das ebenfalls aus der Bastau geborgen wurde.


Ausblick: Datenerfassung Mai 2026
Ab Mai steht das Erfassen der Monitoringdaten 2026 auf dem Programm. Dabei wird dann auch erstmalig der bereits umgestaltete Bastaubereich umfangreich beprobt.
Begonnen haben die Untersuchungen im Unterlauf mit einer Befischung des Fischaufstiegs. Insgesamt 12 Fischarten mit Individuen in Größen zwischen 2 und über 60 cm Länge wurden dokumentiert. Die Funktionsfähigkeit des Fischaufstiegs ist gesichert, wenn auch durch niedrige Wasserstände zeitweise im Jahr eingeschränkt.
Auch für den Fischaufstieg oder "fish-movements" eigentlich unverdächtige Arten wie der Steinbeißer (s. Bild) werden dort vereinzelt zeitweise nachgewiesen. Steinbeißer scheinen in dem unteren Abschnitt der Bastau zu vagabundieren und treten so immer wieder mit einzelnen Individuen in der Sohlgleite auf, auch wenn hier die von ihnen benötigten sandigen Feinsubstrate für einen Daueraufenthalt weitgehend fehlen.
Das Fischmonitoring hat im Unterlauf auch die bioinvasiven Grundeln im Blick. Hier gab es keine Verschlechterung. Das Auftreten von Grundeln bleibt nach wie vor auf die unteren Bastaumeter nah der Weser beschränkt. Zudem wurden sie in diesem Jahr mit einer geringeren Anzahl als bei früheren Untersuchungen dort nachgewiesen. In der Bastau kommt im Jahr 2026 lediglich die Schwarzmundgrundel vor. Marmorgrundeln wurden nicht mehr in der Bastau angetroffen. (Fotos: Frenz)



Ende April 2026
Frühlingszeit. Die Pflanzen an und in der Bastau sind kräftig gewachsen. Neben Wasser- und Uferpflanzen treten Ende April zunehmend Blau- und fädige Grünalgen auf. Oberhalb von Minden sind solche "Algenblüten" in der Bastau und besonders im Bastau-Entlaster in dieser Jahreszeit regelmäßig in den Vorjahren festzustellen gewesen. Oftmals treten sie zeitnah nach dem Düngen der Acker- und Wiesenflächen auf. In der bereits fertigen Umgestaltungsstrecke im Stadtgebiet sind stellenweise vorhandene Algenmatten dagegen neu. Es ist anzunehmen, dass sie hier, wie Erfahrungen aus anderen Umgestaltungen zeigen, zunächst auftreten und danach zurückgehen. Diese Entwicklung bleibt zu beobachten - ggf. ist einzugreifen, sollten Algenmatten überhand nehmen und die natürliche Besiedlung verhindern.
Auch Tiere sind in den Uferbereichen und über dem Wasser jetzt mehr und mehr zu entdecken, vor allem Insekten. Maifliegen (in der Bastau Ephermera vulgata, s. Bild) haben ihr Leben als Larven gut versteckt im Wasser verbracht. In den letzten Tagen sind sie nach ihrer Metamorphose geschlüpft und haben das Wasser verlassen. Jetzt führen sie als fertige, adulte Insekten (Imagines) Hochzeitsflüge aus und werden bald schon Eier ablegen und den Lebenszyklus beenden. Neben Eintagsfliegen sind Schlammfliegen (Sialis lutaria) und besonders erfreulich - scheinbar wieder mehr - Köcherfliegen zu entdecken, neben den vielen anderen Kleintieren, die den Uferbereich besiedeln. Auch die ersten Libellen wie etwa die Prachtlibelle (Bild s. Archiv), Federlibellen oder die rötlich gefärbte Frühe Adonislibelle fliegen bereits. Die Insektenarten, die ihr Larvenstadium im Wasser verbringen und dann als Imagines ans Land wechseln, sind zumeist ziemlich schlechte Flieger. Sie benötigen die naturnahen Uferstrukturen mit gewässerbegleitenden Stauden, Büschen und Bäumen nicht nur als Sitzwarten und Kletterhilfen, sondern auch um sich zu orientieren und um nicht durch den Wind weit vom Fließgewässer fortgetragen zu werden.
Unklar ist derzeit, ob sich die Biberfamilie wohl noch an der Bastau aufhält oder ob sie weitergezogen ist. Der Biberdamm wurde schon länger nicht mehr von den Bibern abgedichtet und auch neue Fraß- und Nagespuren sind vom Weg aus und mit ausreichendem Abstand, um nicht zu stören, nicht auszumachen gewesen. In der Dämmerung war abends ein Nutria im Bastauabschnitt zu entdecken, aber bislang keine Biber mehr, was sich aber wohl jederzeit ändern kann. (Fotos: Frenz)


Infoabend "Lebendige Bastau"
Am 24.3.26 besuchten sehr viele Interessierte die Infoveranstaltung „Lebendige Bastau“ im Ratsgymnasium. Die Städtischen Betriebe informierten zusammen mit dem beteiligten Planungsbüro zu den Baustellen. Im zweiten Teil halfen drei Schülerinnen und zwei Schülern mit, lebendig aus dem Bastaumonitoring zu berichten. Im Vordergrund standen diesmal die Schutzmaßnahmen beim Baggern in der Bastau. Die Sedimentsperren am unteren Ende der Baustelle, die den aufgewirbelten Schlamm oberhalb zurückhalten, wurden erklärt (s. Bild). Aufgewirbelter Schlamm verletzt die Kiemen von Fischen, Muscheln und anderen Wassertieren. Zudem wird Sauerstoff verbraucht, vor allem bei wärmerem Wasser, was wiederum im Gewässer unterhalb schadet. Daneben ist das gründliche Abfischen und Retten der Fische (und anderer Tiere wie Großmuscheln) wichtig, bevor im Gewässer gearbeitet wird. Hierzu berichteten die Schüler, die im Herbst 2025 mit in der Bastau unterwegs waren und stundenlang auch die kleinen Fische im Bauabschnitt fingen, zählten und schonend umsetzten. Über 1.600 Fische aus 14 Fischarten wurden so gerettet. Das Schülerteam, stellvertretend auch für die übrigen gerade beteiligten, steht dabei in einer gewissen Tradition. Bislang haben sich im Bastaumonitoring über 150 Schülerinnen und Schüler engagiert. Auch ehemalige Schüler, z.T. nach längerer Anreise, kamen extra an dem Abend in die Aula ihrer früheren Schule und drückten dadurch aus, wie wichtig ihnen die Vorgänge an der Bastau sind. Dass sich die Bastau aktuell sichtbar auf dem Weg zu einem lebendigen Gewässer befindet, ist unstrittig. Unsicher ist allerdings, ob sie unter den vorherrschenden Bedingungen soweit ertüchtig ist, dass ihre Lebewelt, darunter mehrere stark gefährdete Arten, künftige Krisensituationen wie drohende Dürresommer überstehen kann, ohne größeren Schaden zu nehmen. Weiteres Engagement ist also erforderlich.
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Ausblick
Während der "Winterpause" werden die Daten der letzten Freilandeinsätze zusammengestellt und ausgewertet.
Die Vorbereitungen für die kommenden Einsätze laufen langsam an.
Terminvorankündigung - "save the date":
Dienstag, 24.03.2026
öffentliche Informationsveranstaltung zur Bastau
Ratsgymnasium, Aula, Königswall 28, 32423 Minden


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Winterzeit
Im Winter 2025/26 mit der längeren Schnee- und Eisperiode ruhen die Bauarbeiten. Im bereits fertig umgestalteten Bereich,
aber auch an anderen Stellen, friert die Bastau im Januar abschnittsweise sogar kurzzeitig zu, an den meisten Stellen bleiben dabei Teile der Gewässerfläche eisfrei.
Für die Tierwelt unter Wasser stellen solche Verhältnisse keine besonderen Probleme dar, solange sie nicht gestört und aufgeschreckt werden und es auch nicht zu einer Eisbildung direkt am Gewässergrund kommt.
Entlang der Bastau fallen im Winter besonders in den frühen Morgenstunden tageweise Kormorane und Graureiher auf, die in der Bastau auf Futtersuche sind und hier nach Fischen jagen. Auch der weiße Silberreiher, der oberhalb in der Bastauniederung und entlang des Bastau-Entlasters stetig zu beobachten ist, taucht im Winter im Stadtgebiet von Minden vereinzelt auf.
Für die Kormorane ist das Eis auf den Baggerseen der Umgebung wohl der Grund ausweichen zu müssen und an anderen Stellen nach Nahrung zu suchen. Die zumeist flachen Verhältnisse in der Bastau erschweren dabei ihre Jagd und zusätzlich der geschaffene Strukturreichtum in den Umgestaltungsbereichen. Ob Kormorane neben dem einen oder anderen erbeuteten Fisch dem Fischbestand der Bastau insgesamt schaden können, ist unsicher. Fische mit Verletzungen etwa, die von Vogelschnäbeln stammen, sind bei den Bestandserfassungen bislang nicht festgestellt worden. Diese sind in Gewässern, in denen Kormorane (und auch Reiher) verstärkt jagen, nicht selten zu beobachten.
Im abgezäunten Bauabschnitt verendete im Winter ein Kormoran, der vielleicht entkräftet und verhungert ist, dessen Kadaver von Aasfressern wie Krähen und auch Graureihern schnell entdeckt und gefressen wurde. (Fotos: Frenz)

Start der nächsten Baustelle - Fische gerettet (13.10.2025)
Unmittelbar mit Beginn der Herbstferien startete Mitte Oktober die nächste Baustelle zur naturnahen Umgestaltung. Bevor aber in der Bastau gebaggert werden kann, sind die Verhältnisse noch vorher zu dokumentieren und vor allem die Fische aus dem Gefahrenbereich in Sicherheit zu bringen. Unter großer Kraftanstrengung, mehrfach durch mehrere hundert Meter knietiefen Bastau-Schlamm bei kühlen Temperaturen zu waten, haben sich Schülerinnen und Schüler des Ratsgymnasiums wieder dieser Aufgabe angenommen: 1.273 einzeln gemessene und protokollierte Fische mit Längen zwischen 1,5 cm bis weit über 60 cm wurden bei dem Abfischen umgesetzt und gerettet. Dabei zeigt die Verteilung der Fische über die insgesamt 13 im Bauabschnitt nachgewiesenen Arten und Größenklassen, dass die Fischartengemeinschaft der Bastau sich noch erheblich naturnäheren Verhältnissen annähern kann, wenn sich die Gewässerstrukturen und sonstigen Verhältnisse tatsächlich verbessern. Neben dem (ggf. wiederholten) Abfischen, dem Errichten von Einschwimm- und Sedimentsperren werden die Sauerstoffverhältnisse im Blick behalten, damit baustellenbedingt im unterhalb gelegenen Abschnitt möglichst keine Schäden auftreten.
(Foto: Bastaumonitoring)