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Aus den laufenden Untersuchungen

Die Besiedlung der Bastau mit Fischen und Wirbellosen zeigt für den in 2024 umgestalteten Abschnitt ein vielschichtiges Bild. Vorweg: Es ist noch abzuwarten, bis Setzungsprozesse und erste Wiederbesiedlungsphasen abgeschlossen sind, bevor Bewertungen erfolgen. Dennoch soll die „Stunde null“ in der wiederbelebten Bastau dokumentiert werden.

In diesem Bereich oberhalb des Schwabenrings haben Wasserflächen mit keiner oder nur kaum erkennbaren Strömung große Anteile. Der in der Dürre geringe Abfluss verstärkte diesen Eindruck noch. Besonders in den Stillwasserflächen der neuen „Ersatzaue“ sind große Pflanzenmengen auch unter Wasser vorhanden. Unter den Pflanzenpolstern ist die Schlammbildung hoch, wie tiefes Einsinken beim Durchwaten belegen kann. Aus dem Bastau-Entlaster abgetriebene Wasserlinsen werden beim Absterben diese Verschlammung später noch verstärken, sollten sie nicht von der Strömung wieder ausgetragen werden.

Die Stillwasserflächen der Bastau sind durch unterschiedlich tiefe Rinnen miteinander vernetzt, in denen Wasser fließt. Hier in der Strömung konzentrieren sich im August die Fließgewässerarten. Ihre Kiemen werden umspült und so die Atmung sichergestellt. Das fließende Wasser trägt ihnen Nahrung herbei. Und in den fließenden Bereichen setzt sich kein besiedlungsfeindlicher Schlamm auf der Sohle ab. In der aktuellen Besiedlung zeigt sich folgender erster Eindruck im Gesamtbild der 2024 umgestalteten Bastau. Viele Stillwasserarten wie Wasserwanzen (Corixidae) kommen vor. Daneben sind die gegenüber geringen Sauerstoffwerten und höheren Schlammanteilen unempfindliche Arten wie Zuckmücken (Artengruppen mit Chironomus plumosus) oder auch der Bachflohkrebs Gammarus roeseli häufig vorhanden. Gleichzeitig treten jetzt nach der Renaturierung wieder häufiger zu fördernde Arten auf. Hierunter etwa die Larven der grabenden Eintagsfliege „Maifliege“ (Ephemera vulgata). Diese finden durch die Umgestaltung nun die von ihnen benötigten lockeren, nicht verschlammten Sand- und Lehmsubstrate vor. Unter den Fischen ist die Kleinfischart Steinbeißer eine der Zielarten bei der Umgestaltung. Adulte Steinbeißer sind in die Umgestaltungsstrecke mittlerweile eingewandert, anscheinend bereits in einer leicht gestiegenen Individuenzahl im Vergleich zu vorher. Es bleibt abzuwarten, wie sich die Gewässerfauna entwickeln und etablieren wird. In der unterhalb anschließenden zweiten Umgestaltungsstrecke wurde das Gerinne etwas anders gestaltet. Hier erscheint auch bei geringen Abflüssen das Nebeneinander von Teillebensräumen und die kleinräumige Dynamik der Fließgewässeraue ausgewogen. Hier laufen die Untersuchungen.

Insgesamt sind für die Bastau im Mindener Bereich aber auch die Auswirkungen von Ereignissen oberhalb im Einzugsgebiet mit entscheidend. Die aus dem Entlaster stammenden Wasserlinsen sind ein Beispiel dafür, dass im Fließgewässer nicht immer gilt: „alles Gute kommt von oben“. Auch die Dürre, die sich oberhalb in den unbeschatteten Bereichen der Niederung deutlich auswirkte, z.B. im stellenweisen Aufheizen der Wassertemperatur auf 30°C Ende Juni 2026 oder im Trockenfallen des Großen Mittelbaches Mitte August 2026, können einen noch nicht absehbaren negativen Einfluss auf die ökologische Entwicklung der Bastau in den unterhalb liegenden Abschnitten haben. Wichtig und erfreulich daher auch das Ergebnis der Untersuchung Ende August am oberen Stadtrand von Minden. In der immer noch (zu) wenig Wasser führenden Bastau sind in der Kontrollstrecke wenigstens die Kleinfischarten Steinbeißer und Bitterling und die Jungfische von Schleie und Hecht vorhanden, die auch das Wiederbesiedlungspotenzial für die Renaturierung darstellen. Und von der Weser aus geschaut: In der Sohlgleite sind die am 9. September gemessenen Wassertiefen und Strömungsverhältnisse durchgehend wieder so, dass Fische aus der Weser die untere Bastau erreichen können.

Im Schatten der Uferbäume (August 2026)

halten sich nicht nur die Besucherinnen und Besucher an den Ufern der Bastau derzeit besonders gerne auf.

Fehlt die Beschattung - wie in weiten Strecken der Bastau oberhalb des Stadtgebietes von Minden - steigen die Wassertemperaturen  trotz nächtlicher Abkühlung tagsüber wieder sehr schnell an und erreichen kritische Bereiche. Hierbei wirkt sich auch das fehlende Wasser aus der anhaltenden Dürre stark negativ aus.

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Hitzestress und (viel zu) wenig Wasser

Am 10.07.2026 fand die offizielle Einweihung der bisherigen  Umgestaltungen der Bastau statt. Auch zu dem Bastaumonitoring wurde berichtet. Eine Pressemitteilung der Stadt Minden (s. dort) und ein Artikel in der Lokalzeitung (MT, 30.07.2026, Seite 7) erschienen dazu. Bei bestem Sommerwetter gab es vor Ort einen intensiven Austausch über das bislang Erreichte und auch über den Rahmen, in dem die Umgestaltungen erfolgen.

Ein Einfluss, der sich derzeit landesweit negativ auf die Lebewelt und den ökologischen Zustand auswirkt, ist die Dürre. Wie in den anderen Bächen, Flüssen und Stillgewässern auch, steigen die Wassertemperaturen - es wurden bei den physiko-chemischen Untersuchungen in der Bastau oberhalb von Minden Ende Juni bereits Temperaturen von 30°C gemessen - und die Wassermenge schrumpft. Bei den seltenen Gewittern und Platzregen im Einzugsgebiet der letzten Zeit steigt der Abfluss in der Bastau kurzzeitig schnell an - nimmt dann aber auch schnell wieder ab, wie die Wasserstände am Pegel in Rodenbeck im Jahresverlauf zeigen (Bild, Quelle: LANUV NRW). Auch die Auswirkungen dieser kurzzeitigen Abflussspitzen auf das Gewässer werden im Monitoring erfasst. Die mit der Umgestaltung geschaffenen neuen Flächen, in denen Wasser nach Starkregen zurückgehalten wird, können hier lokal zu Verbesserungen führen. 

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