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Infoabend "Lebendige Bastau"

Am 24.3.26 besuchten sehr viele Interessierte die Infoveranstaltung „Lebendige Bastau“ im Ratsgymnasium. Die Städtischen Betriebe informierten zusammen mit dem beteiligten Planungsbüro zu den Baustellen. Im zweiten Teil halfen drei Schülerinnen und zwei Schülern mit, lebendig aus dem Bastaumonitoring zu berichten. Im Vordergrund standen diesmal die Schutzmaßnahmen beim Baggern in der Bastau. Die Sedimentsperren am unteren Ende der Baustelle, die den aufgewirbelten Schlamm oberhalb zurückhalten, wurden erklärt (s. Bild). Aufgewirbelter Schlamm verletzt die Kiemen von Fischen, Muscheln und anderen Wassertieren. Zudem wird Sauerstoff verbraucht, vor allem bei wärmerem Wasser, was wiederum im Gewässer unterhalb schadet. Daneben ist das gründliche Abfischen und Retten der Fische (und anderer Tiere wie Großmuscheln) wichtig, bevor im Gewässer gearbeitet wird. Hierzu berichteten die Schüler, die im Herbst 2025 mit in der Bastau unterwegs waren und stundenlang auch die kleinen Fische im Bauabschnitt fingen, zählten und schonend umsetzten. Über 1.600 Fische aus 14 Fischarten wurden so gerettet. Das Schülerteam, stellvertretend auch für die übrigen gerade beteiligten, steht dabei in einer gewissen Tradition. Bislang haben sich im Bastaumonitoring über 150 Schülerinnen und Schüler engagiert. Auch ehemalige Schüler, z.T. nach längerer Anreise, kamen extra an dem Abend in die Aula ihrer früheren Schule und drückten dadurch aus, wie wichtig ihnen die Vorgänge an der Bastau sind. Dass sich die Bastau aktuell sichtbar auf dem Weg zu einem lebendigen Gewässer befindet, ist unstrittig. Unsicher ist allerdings, ob sie unter den vorherrschenden Bedingungen soweit ertüchtig ist, dass ihre Lebewelt, darunter mehrere stark gefährdete Arten, künftige Krisensituationen wie drohende Dürresommer überstehen kann, ohne größeren Schaden zu nehmen. Weiteres Engagement ist also erforderlich.

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Ausblick

Während der "Winterpause" werden die Daten der letzten Freilandeinsätze zusammengestellt und ausgewertet.

Die Vorbereitungen für die kommenden Einsätze laufen langsam an. 

Terminvorankündigung - "save the date":​

Dienstag, 24.03.2026

öffentliche Informationsveranstaltung zur Bastau

Ratsgymnasium, Aula, Königswall 28, 32423 Minden

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Winterzeit

Im Winter 2025/26 mit der längeren Schnee- und Eisperiode ruhen die Bauarbeiten. Im bereits fertig umgestalteten Bereich,

aber auch an anderen Stellen, friert die Bastau im Januar abschnittsweise sogar kurzzeitig zu, an den meisten Stellen bleiben dabei Teile der Gewässerfläche eisfrei.

Für die Tierwelt unter Wasser stellen solche Verhältnisse keine besonderen Probleme dar, solange sie nicht gestört und aufgeschreckt werden und es auch nicht zu einer Eisbildung direkt am Gewässergrund kommt.

Entlang der Bastau fallen im Winter besonders in den frühen Morgenstunden tageweise Kormorane und Graureiher auf, die in der Bastau auf Futtersuche sind und hier nach Fischen jagen. Auch der weiße Silberreiher, der oberhalb in der Bastauniederung und entlang des Bastau-Entlasters stetig zu beobachten ist, taucht im Winter im Stadtgebiet von Minden vereinzelt auf.

Für die Kormorane ist das Eis auf den Baggerseen der Umgebung wohl der Grund ausweichen zu müssen und an anderen Stellen nach Nahrung zu suchen. Die zumeist flachen Verhältnisse in der Bastau erschweren dabei ihre Jagd und zusätzlich der geschaffene Strukturreichtum in den Umgestaltungsbereichen. Ob Kormorane neben dem einen oder anderen erbeuteten Fisch dem Fischbestand der Bastau insgesamt schaden können, ist unsicher. Fische mit Verletzungen etwa, die von Vogelschnäbeln stammen, sind bei den Bestandserfassungen bislang nicht festgestellt worden. Diese sind in Gewässern, in denen Kormorane (und auch Reiher) verstärkt jagen, nicht selten zu beobachten.

Im abgezäunten Bauabschnitt verendete im Winter ein Kormoran, der vielleicht entkräftet und verhungert ist, dessen Kadaver von Aasfressern wie Krähen und auch Graureihern schnell entdeckt und gefressen wurde. (Fotos: Frenz)

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Start der nächsten Baustelle - Fische gerettet (13.10.2025)

Unmittelbar mit Beginn der Herbstferien startete Mitte Oktober die nächste Baustelle zur naturnahen Umgestaltung. Bevor aber in der Bastau gebaggert werden kann, sind die Verhältnisse noch vorher zu dokumentieren und vor allem die Fische aus dem Gefahrenbereich in Sicherheit zu bringen. Unter großer Kraftanstrengung, mehrfach durch mehrere hundert Meter knietiefen Bastau-Schlamm bei kühlen Temperaturen zu waten, haben sich Schülerinnen und Schüler des Ratsgymnasiums wieder dieser Aufgabe angenommen: 1.273 einzeln gemessene und protokollierte Fische mit Längen zwischen 1,5 cm bis weit über 60 cm wurden bei dem Abfischen umgesetzt und gerettet. Dabei zeigt die Verteilung der Fische über die insgesamt 13 im Bauabschnitt nachgewiesenen Arten und Größenklassen, dass die Fischartengemeinschaft der Bastau sich noch erheblich naturnäheren Verhältnissen annähern kann, wenn sich die Gewässerstrukturen und sonstigen Verhältnisse tatsächlich verbessern. Neben dem (ggf. wiederholten) Abfischen, dem Errichten von Einschwimm- und Sedimentsperren werden die Sauerstoffverhältnisse im Blick behalten, damit baustellenbedingt im unterhalb gelegenen Abschnitt möglichst keine Schäden auftreten.

(Foto: Bastaumonitoring)

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