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(K)ein Kampf gegen Windmühlen - Wasserlinsen auf der Bastau

Nach Unterhaltungsarbeiten waren auch in diesem Jahr wieder ab dem Sommer Wasserlinsen, umgangssprachlich "Entengrütze" genannt, aus dem Bastau-Entlaster in die Bastau gelangt (s. Bild). Der Zufluss des Entlasters befindet sich am oberen Stadtrand von Minden auf Höhe des Kasernengeländes nahe der Brücke zum Offiziersheim am linken Bastauufer. Unterhalb davon resultierten in der Bastau zeitweise geschlossene, schwimmende Wasserlinsenteppiche oder vor Hindernissen blieben unterschiedlich große zusammenhängende Flächen mit Wasserlinsen bedeckt. Einmal eingetragen ist schwierig zu entscheiden, wie in der Situation mit der "Entengrütze", es handelt sich um Massengesellschaften von Kleiner Teichlinse und Vielwurzeliger Wasserlinse, zu verfahren ist. Die schnell nach Regenfällen ansteigenden und dann auch wieder schnell sinkenden Wasserstände in der Bastau hätten als "Spülstöße" die Pflanzenmasse wieder ohne Folgeschäden in die Weser austragen können. Diese blieben aber im Jahr 2026 weitgehend aus. Verstärkt auch noch durch weiteres Pflanzenwachstum nun in der Bastau, die Wasserlinsen sind in der Tat sehr wuchsfreudig und vermehren sich durch Sprossung schnell, bildete sich ein dichter Wasserlinsen-Teppich, der sich bis in den Oktober hinein besonders oberhalb der umgestalteten Bereiche festsetzte. Da die Wasserlinsen bei niedrigen Temperaturen im späten Herbst absterben, stellen die Pflanzenreste spätestens dann und die in den Wasserlinsen steckenden Nährstoffe ein großes Problem für die unterhalb gelegenen Gewässerbereiche dar, da sie die ohnehin schon starke Verschlammung der Bastau weiter verstärken können. Also galt es im Herbst, die Wasserlinsen möglichst mit Rücksicht auf das Gewässer und seine Ufer doch nach Möglichkeit zu entfernen. Deshalb wurden in Vorversuchen Verfahren mit Harken oder Schöpfsieben an der Bastau ausprobiert, die wieder Wasserflächen erkennbar werden ließen (s. Bild), bevor von oben neue Wasserlinsen angetrieben waren. Dabei brachten sich Ende September auch wieder Schülerinnen und Schüler tatkräftig ein, die hierzu klaren Handlungsbedarf sahen. Ende Oktober ist nun das weitere und hoffentlich erfolgreiche Entfernen der Wasserlinsen vorgesehen.

Ziel einer nachhaltigen Gewässervorsorge sollte aber sein, dass es erst gar nicht zu solchen Einträgen von Wasserlinsen in die Bastau (und damit potenziell in einen später sanierten Schwanenteich) kommt, wenn diese zu vermeiden sind. (Fotos: Frenz)

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Sommer & Herbst 2026 - aus den laufenden Untersuchungen

Die Besiedlung mit Fischen und Wirbellosen zeigt für den in 2024 umgestalteten Abschnitt ein vielschichtiges Bild. Vorweg: Es ist noch abzuwarten, bis Setzungsprozesse und erste Wiederbesiedlungsphasen abgeschlossen sind, bevor Bewertungen erfolgen. Dennoch soll die „Stunde null“ in der wiederbelebten Bastau dokumentiert werden.

In dem Bereich oberhalb des Schwabenrings haben Wasserflächen mit keiner oder nur kaum erkennbaren Strömung große Anteile. Der in der Dürre geringe Abfluss verstärkte diesen Eindruck noch. Besonders in den Stillwasserflächen der neuen „Ersatzaue“ sind große Pflanzenmengen vorhanden. Die Schlammbildung ist stellenweise hoch, wie die "Stiefelprobe" beim Durchwaten zeigt. Aus dem Bastau-Entlaster abgetriebene Wasserlinsen werden diese Verschlammung später noch verstärken, sollten sie nicht von der Strömung wieder ausgetragen werden.

Die Stillwasserflächen der Bastau sind durch unterschiedlich tiefe Rinnen miteinander vernetzt. Hier fließt das Wasser und in der Strömung konzentrieren sich im August die Fließgewässerarten. Ihre Kiemen werden umspült und so die Atmung sichergestellt. Das fließende Wasser trägt zudem Nahrung herbei. Und in den fließenden Bereichen setzt sich kein besiedlungsfeindlicher Schlamm auf der Sohle ab. In der Besiedlung zeigt sich folgender erster Eindruck im Gesamtbild der 2024 umgestalteten Bastau. Viele Stillwasserarten wie Wasserwanzen (Corixidae) kommen vor. Daneben sind die unempfindlichen Arten wie Zuckmücken (Artengruppen mit Chironomus plumosus) oder auch der Bachflohkrebs Gammarus roeseli häufig. Gleichzeitig treten nach der Renaturierung wieder mehr der zu fördernden Arten auf. Hierunter etwa die Larven der grabenden Eintagsfliege „Maifliege“ (Ephemera vulgata). Diese finden nun die von ihnen benötigten lockeren, nicht verschlammten Sand- und Lehmsubstrate vor. Unter den Fischen ist die Kleinfischart Steinbeißer eine der Zielarten bei der Umgestaltung. Adulte Steinbeißer sind in die Umgestaltungsstrecke mittlerweile eingewandert, anscheinend bereits in einer leicht gestiegenen Individuenzahl im Vergleich zu vorher. Es bleibt vorerst aber abzuwarten, wie sich die Gewässerfauna entwickeln wird. In der unterhalb anschließenden zweiten Umgestaltungsstrecke wurde das Gerinne ebenfalls neu gestaltet. Hier erscheint bei geringen Abflüssen das Nebeneinander von Teillebensräumen und die kleinräumige Dynamik der Fließgewässeraue ausgewogen (s. Bild). 

Insgesamt sind für die Bastau in Minden aber auch die Auswirkungen von Ereignissen im Einzugsgebiet oberhalb mit entscheidend. Die aus dem Entlaster stammenden Wasserlinsen sind ein Beispiel, dass im Fließgewässer nicht immer gilt: „alles Gute kommt von oben“. Auch die Dürre, die sich in den zumeist unbeschatteten Bereichen der Niederung deutlich auswirkte, z.B. im punktuellen Aufheizen der Wassertemperatur auf 30°C Ende Juni  oder im Trockenfallen des Großen Mittelbaches Mitte August (s. Bild), können einen noch nicht absehbaren Einfluss auf die Entwicklung in den Abschnitten unterhalb haben. Wichtig von daher auch ein Ergebnis einer Untersuchung Ende August am oberen Stadtrand von Minden. In der immer noch (zu) wenig Wasser führenden Bastau sind in der Kontrollstrecke wenigstens die Kleinfischarten Steinbeißer (s. Bild) und Bitterling und die Jungfische von Schleie und Hecht vorhanden, die auch das Wiederbesiedlungspotenzial für die Renaturierung darstellen. Und von der Weser aus geschaut: In der Sohlgleite sind im Mündungsbereich die am 9. September gemessenen Wassertiefen und Strömungsverhältnisse (Bild) durchgehend wieder so, dass Fische aus der Weser die untere Bastau erreichen können.

Im Schatten der Uferbäume (August 2026) ...

halten sich nicht nur die Besucherinnen und Besucher an den Ufern der Bastau derzeit besonders gerne auf.

Fehlt die Beschattung - wie in weiten Strecken der Bastau oberhalb des Stadtgebietes von Minden - steigen die Wassertemperaturen  trotz nächtlicher Abkühlung tagsüber wieder sehr schnell an und erreichen kritische Bereiche. Hierbei wirkt sich auch das fehlende Wasser aus der anhaltenden Dürre stark negativ aus.​​

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