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Pflanzen erobern die „Ersatz-Aue“ (31.07.2025)

Mehr als 35 echte Wasser- und Sumpfpflanzen konnten Ende Juli 2025 bereits in der umgestalteten Fläche oberhalb des Schwabenrings dokumentiert werden. Entlang des Weges und in den Böschungen wurde am Ende der Baustelle eine Saatmischung aus Gräsern und „Blumenwiesenpflanzen“ ausgebracht. Gewässernah und im Bereich der „nassen Füße“ stellten sich die Pflanzen darüber hinaus zumeist von alleine ein. Ihre Samen sind im Boden im Gebiet vorhanden und die Pflanzen schaffen es, den Standort zu besiedeln. Andere Arten gelangen, über Pflanzenteile mit der Strömung transportiert, aus oberhalb gelegenen Bereichen in den Umgestaltungsbereich oder werden auch anders eingetragen, z.B. über Tiere.

Der mit dem Bagger geschaffene Gewässerlauf der Bastau und ihre Ersatz-Aue bieten Pflanzen ganz unterschiedliche Standortbedingungen. Die Pflanzengesellschaften werden sich künftig auch verändern und weiterentwickeln. Unter den ersten dokumentierten Wasserpflanzen sind auch solche, die oberhalb Probleme durch Massenbestände bedeuten können, wie z.B. die Kanadische Wasserpest oder die Echte Brunnenkresse. Hier wird es spannend zu beobachten sein, wie sich dies entwickelt, besonders wenn die jungen Weiden und die aufkommenden Erlen für unterschiedliche Beschattungsverhältnisse sorgen werden. Diese Entwicklungen werden auch im Bastaumonitoring fortlaufend dokumentiert.

Anders dagegen die Situation zur Vegetation in der Bastau unterhalb in Minden bis zur Ringstraße: Wie in den Jahren und Jahrzehnten zuvor kommt im festgelegten Gewässerbett die Teichrose ziemlich alleine (monodominant) vor. Neben der Teichrose treten hier aktuell weniger als ein Drittel der in der Umgestaltungsstrecke kartierten Pflanzenarten auf - und diese in nicht wirklich nennenswerten Beständen. Zusammengefasst: Im Moment eine gewisse Pflanzen-Vielfalt in der Umgestaltungsstrecke, unterhalb dagegen wie gewohnt. Teichrosen in der Bastau, Brennnesseln & Co. am Ufer, wenn nicht gemäht wird.

Zu den Bildern: Blick auf die am linken Ufer der Bastau angelegten "Überflutungstümpel" und andere Teile des Formenschatzes der Ersatz-Aue, von oben oder nur zeitweise von Wasser aus der Bastau erreicht. Die eigentliche Bastau verläuft im Bild weiter links, hier nicht zu sehen. Unterhalb des Umgestaltungsbereiches wird die Bastau hauptsächlich von der Teichrose besiedelt. 

(Fotos: Frenz)

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Wildnis Bastau mitten in Minden - Biber (15.07.25)

Anhand ihres breiten Ruderschwanzes ("Kelle") sind Biber an Land und im Wasser sowie mithilfe anderer Merkmale eindeutig von den ebenfalls an der Bastau vorkommenden "Biberratten" oder Nutrias (s.u.) zu unterscheiden. 

Mit Holzstämmen und Ästen wurde von den Bibern in der letzten Juniwoche 2025 an der unteren Bastau ein Damm errichtet.

Eine Handvoll gefällter Weidenstämme und Biss- und Schälspuren an Bäumen weisen weiterhin auf die Anwesenheit des zumeist nachtaktiven Bibers im Gelände hin.

Wegen der geringen Größe des geeigneten Gebietes erscheint es allerdings unsicher, ob die untere Bastau für einen längeren Biberaufenthalt geeignet ist.

Unabhängig, ob sich der Biber an der Bastau halten kann, lohnt ein Blick auf den aktuell vorhandenen Biberdamm. Er zeigt, wie Holz im Wasser für Strömungsvielfalt und wechselnde Wasserstiefen und Substrate sorgt. Von oben ist jetzt Sand in der Sohle zu sehen, wo sonst eintönig Schlamm vorherrscht.

Von Nachteil ist, dass die Durchgängigkeit, etwa für Fische, an dieser Stelle dadurch eingeschränkt wird, sollten sich Biber tatsächlich an dieser belebten Stelle nahe der Weserpromenade etablieren können - Wildnis mitten in Minden.

(Fotos: Frenz)

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Im Sommer (Juli) 2025)

Die Hitzephase Juni bis Anfang Juli 2025 führte an der Bastau bereits zu hohen Wassertemperaturen. Die Sauerstoff- und Temperaturverhältnisse wurden in Längsuntersuchungen entlang der Bastau dokumentiert.​

In der umgestalteten Strecke oberhalb des Schwabenrings setzt die Wiederbesiedlung ein. Die offenen Flächen werden mehr und mehr durch die jetzt hier aufkommenden Pflanzen begrünt.

Der umgestaltete Bereich mit den neu angelegten Flächen wird bei gutem Wetter weiterhin intensiv zum Spielen genutzt. Holz- und Steinmaterial, eigentlich zur Strömungslenkung naturnah verbaut, wird von Kindern und Jugendlichen vielfältig umgenutzt und auch immer wieder zum Errichten von Stegen oder Dämmen genutzt.

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März 2025​ Gemeinsame Untersuchungen mit dänischem Besuch

Das Monitoring an der Bastau hat sich bereits bis nach Dänemark herumgesprochen und führte eine Gruppe Dänen nach Minden. Ein Biotechnologiekurs einer Schule aus Gladsaxe (Großraum Kopenhagen) war angereist, um sich vor Ort über das Bastaumonitoring zu informieren.

Der Kontakt entstand im November 2023 auf der Internationalen Youth Conference Water in Berlin, auf der eine Handvoll junger Gewässerexpertinnen und -experten vom Ratsgymnasium von den Schüleraktivitäten an der Bastau berichtet hatte. Offensichtlich überzeugend. Also brachte die dänische Besuchsgruppe ihre Wathosen von zuhause mit und es ging gemeinsam in die Bastau.

Herr Bürgermeister Jäcke begrüßte die dänischen Gäste an der Bastau auch offiziell in Minden und informierte sich an der Bastau über die gemeinsamen Aktivitäten.

Schülerinnen und Schülern des Ratsgymnasiums gaben eine Einführung in Untersuchungstechniken, Auswertungen und erste Eindrücke während der Frühjahrserfassung in einer der Vergleichsstrecken.

​(Bilder: Bastauprojekt)

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Die Bastau als Spielplatz

An der Bastau wurden oberhalb des Schwabenrings im Jahr 2024 das rechte Ufer und der Gewässerlauf umgestaltet. Vorher wurden die nur noch wenigen dort vorhandenen Fische zum Schutz in sichere Bereiche umgesetzt. Erneut wurde auch die benthische Wirbellosenfauna untersucht. Ob und wie sich die Umgestaltung auf die Lebewelt der Bastau auswirken wird, ist noch nicht abzusehen und wird untersucht. Fest steht, dass die Baumaßnahmen 2024 dem Gewässer unterhalb nicht geschadet haben. Diese Einschätzung erfolgt datenbasiert.

Für die am Ufer stehenden Besucher und Anwohner hat sich durch die Arbeiten der Anblick der Bastau zu einer Art Erlebnislandschaft mit Wasserspielplatz verändert. Viele der neu geschaffenen Inseln und Verzweigungen werden auch von spielenden Kindern und Erwachsenen betreten. Wenn sich der – ja auch gewollte – Freizeitdruck künftig durch Lenkung eingrenzen lässt, wäre ein Ziel bereits erreicht, nämlich Menschen verträglich an die Bastau heranzuführen, ohne die anderen Ziele aus dem Blick zu verlieren.

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Tierbeobachtungen vom Ufer aus (Februar 2025, gekürzt)

Die Stockenten sind zumeist die ersten Tiere, die vor Ort auffallen. Die schwarz gefärbten, kleineren Teichhühner sind etwas weniger auffällig und haben in der Zeit des Baggerns 2024 vor Ort ausgeharrt. Sporadisch waren im Winter morgens Graureiher und Kormorane zu beobachten. Jetzt ist der Eisvogel wieder mehrfach im Bereich bei Jagdversuchen beobachtet worden.

Die „Stars“ der Umgestaltungsstrecke sind im Jahr 2025 zeitweise die Nutrias, auch Sumpfbiber oder Biberratten genannt. Die ursprünglich aus Südamerika stammenden Tiere gelangten aus Pelztierfarmen in die freie Landschaft und haben sich stark vermehrt. Nutrias haben mehrfach im Jahr Nachwuchs mit mehreren Jungtieren.

Da sich die Tiere an anderen Orten nur als wenig scheu zeigen und sich mit Obst und Salat füttern lassen, ist diese Situation im Auge zu behalten. Sie werden, wie auch Waschbären, zu den bioinvasiven Arten gezählt.

Oberhalb des Stadtgebietes Minden haben die Nutrias die ähnlich lebende, aber kleinere und ebenfalls nicht einheimische Art Bisam vielleicht schon verdrängt. Solche und andere Entwicklungen, zum Teil aus Beobachtungen, zum Teil Ergebnis von langen Untersuchungen und aus vielen Messungen abgeleitet, sind an der Bastau weiter zu verfolgen.

(Bilder: Frenz)

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